Eine Unterzuckerung (kurz: Hypo) hängt unmittelbar mit der Diabetesbehandlung zusammen und kann jeden Diabetiker treffen, der mit Insulin oder blutzuckersenkenden Tabletten (Sulfonylharnstoff) behandelt wird.
Bei Blutzuckerwerten unter 60 mg/dl (3,3 mmol/l) kommt es im Körper (besonders im Gehirn) zu einem Zucker-, und damit Energiemangel. Die typischen Warnsymptome können schon bei einem Wert von 80 mg/dl (4,4 mmol/l) (oder höher) auftreten, wenn der Blutzucker steil abfällt. Innerhalb weniger Minuten kann es zu einer Hypoglykämie kommen.
Ursachen:
- zuviel gespritztes Insulin bzw. zu starke Tablettenwirkung
- vergessene Zwischenmahlzeit
- erhöhte körperliche Aktivität, ohne zusätzlich zu essen
- Durchfallerkrankungen
- übermäßiger Alkoholkonsum

Die Anzeichen sind unterschiedlich, je nachdem, wie schnell bzw. wie tief der Zucker sinkt.
Typische Symptome:
- Zittrigkeit
- erhöhte Herzfrequenz
- kalte Schweißausbrüche
- Konzentrationsschwäche bis zur Verwirrtheit
- Gleichgewichtsstörungen
- labile Stimmungslage, Gereiztheit, Aggressivität
Dann heißt es handeln und rasch Zucker zuführen, erst einmal 1-2 rasch verfügbare Broteinheiten, dann den Blutzucker kontrollieren und evtl. die Zuckereinnahme fortsetzen. Wichtig ist hierbei, dass schnell wirksame Kohlenhydrate zugeführt werden, damit der Blutzucker schnell wieder ansteigt.
Um ein erneutes „Abrutschen" zu verhindern, zum Schluss noch ein bis zwei länger wirksame BE, wie zum Beispiel Joghurt oder Brot zuführen. Aber: nicht unkontrolliert bzw. ungezählt große Zuckermengen zu sich nehmen - sonst steigt der Zucker zu hoch.
Wenn ein Diabetiker durch eine Unterzuckerung bewusstlos wird, ist er auf fremde Hilfe angewiesen.
Hier muss rasch Glukagon gespritzt werden – unter die Haut oder in einen Muskel. Dabei sollten Angehörige keine Scheu haben, etwas falsch zu machen! Schlimmer ist es, nichts zu tun. Wenn kein Glukagon vorhanden ist bitte sofort einen Notarzt rufen.