Was ist Insulin?
Sind Sie ein Diabetiker, der Insulininjektionen benötigt, dann heißt das, dass Ihr Körper nicht mehr genug eigenes Insulin produzieren kann. Sobald Sie kein Insulin spritzen, steigt Ihr Blutzuckerspiegel unaufhaltsam an, bis Sie eine Ketoazidose oder im schlimmsten Fall ein diabetisches Koma entwickeln. Dank einer richtigen Insulintherapie können Sie jedoch ein weitgehend uneingeschränktes, aktives und gesundes Leben führen.
Die Herstellung von Insulin
Die Entdeckung des Insulins in der Bauchspeicheldrüse und seine Gewinnung aus tierischen Organen gehört sicher zu den aufregendsten Episoden in der Medizingeschichte. Die beiden Kanadier Dr. Frederick G. Banting und Charles H. Best haben mit ihrer Entdeckung im Jahre 1921 Geschichte geschrieben. Bis in die achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts wurde Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Rindern und Schweinen gewonnen. Diese Art von Insulin kommt zwar nach wie vor zum Einsatz, jedoch verwenden mehr und mehr Diabetiker biosynthetisches Humaninsulin, das mit Hilfe rekombinanter Gentechnik hergestellt wird. Das bedeutet, dass Mikroorganismen, wie z.B. Bäckerhefe, so programmiert werden, dass sie ein Insulin produzieren, das mit dem menschlichen Insulin identisch ist.
Insulinarten
Es gibt zwei Hauptarten von Insulinen: Humaninsuline und Insulinanaloga. Innerhalb der beiden Gruppen unterscheidet man zwischen kurz-, mittel-, langwirksamen und Mischinsulinen. Sie unterscheiden sich dahingehend, wie schnell die Wirkung einsetzt, wann die größte Wirkung erreicht wird und wie lange die Wirkung andauert. Das liegt daran, dass sie in ihrem Aufbau leicht voneinander abweichen und deshalb unterschiedlich schnell aus dem Unterhautfettgewebe ins Blut transportiert werden. Welches Insulin für welchen Diabetiker das richtige ist, hängt von den Lebensgewohnheiten und Bedürfnissen des Patienten ab, für die der Arzt gemeinsam mit dem möglichst gut geschulten Diabetiker die passenden Therapiekonzepte auswählt.
Spezialist in eigener Sache
Menschen mit Diabetes, die mit Insulininjektionen behandelt werden, müssen ganz genau die Wirkweise der jeweiligen Insuline kennen. Aber nicht nur das. Sie sollten auch verstehen, wie Wirkweise und Ernährung aufeinander abgestimmt werden müssen, damit immer der erforderliche Insulinspiegel im Blut vorhanden ist. Deshalb ist eine intensive Schulung unbedingt notwendig. Erst, wenn ein Betroffener Spezialist in eigener Sache geworden ist, kann er fast wie ein gesunder Mensch leben. Das betrifft sowohl Typ-1-Diabetiker wie auch Typ-2-Diabetiker. Die verschiedenen Wirkspektren ermöglichen eine hohe Flexibilität, die auch körperliche Höchstleistungen nicht ausschließt.
Anpassung der Insulingabe an die Lebenssituation
Wann immer sich Ihre Essgewohnheiten oder sportlichen Aktivitäten ändern, oder wenn Sie krank werden, müssen Sie möglicherweise rasch die Insulindosis anpassen. Die Notwendigkeit für eine solche Änderung können Sie nur feststellen, wenn Sie Ihren Blutzucker häufig messen und protokollieren. Bleiben Ihre Blutzuckerspiegel beispielsweise über längere Zeit erhöht, ist es notwendig die Insulindosis nach bewährten Regeln anzupassen. Ihr Arzt wird Ihnen erklären, wie Sie dies am besten tun.
